IP-Due-Diligence vor der Finanzierungsrunde: die Gründer-Checkliste
Wenig bremst eine Runde so zuverlässig wie eine IP-Frage, die niemand beantworten kann. Der unbequeme Teil: die meisten Lücken sind Monate vor der Diligence billig zu schließen — und währenddessen teuer. Hier die Reihenfolge, die wir mit Gründern nutzen.
1. Rechtekette — die Deal-Breaker-Stufe
- Gründerarbeit vor der Gründung. Code, der vor Bestehen der Gesellschaft entstand, gehört im Zweifel der Person — nicht der Gesellschaft. Die Übertragung gehört aufs Papier.
- Mitarbeitende. Prüfen Sie, was Arbeitsverträge tatsächlich über Arbeitsergebnisse sagen; nach polnischem Urheberrecht ist die Schriftform der Übertragung wirtschaftlicher Urheberrechte Wirksamkeitsvoraussetzung — prüfen, nicht vermuten.
- Contractors und Softwarehäuser. Die riskanteste Kategorie: Rechnungen sind keine Übertragungen. Jeder braucht einen schriftlichen Transfer oder eine ausreichende Lizenz, Bearbeitungsrechte inklusive.
2. Open Source — die stille Ausweitung
Abhängigkeiten inventarisieren (ein SBOM-Tool kostet einen Nachmittag), Lizenzen klassifizieren und eine Frage präzise beantworten: Steckt Copyleft (GPL/AGPL) in Code, den Sie vertreiben oder bereitstellen? Danach die zweiseitige Policy schreiben, die Ihre Engineers wirklich befolgen.
3. Daten und KI — die Fragen von 2026
- Woher stammen Trainings- und Betriebsdatensätze — und wofür dürfen sie genutzt werden?
- Erlauben die KI-Anbieterbedingungen kommerzielle Nutzung der Outputs — und versprechen Ihre Kundenverträge mehr, als diese Bedingungen hergeben?
- Sind personenbezogene Daten in der Pipeline einer Rechtsgrundlage zugeordnet?
4. Marke und Geschäftsgeheimnisse — die schnellen Gewinne
Markenrecherche und eine EUIPO-Anmeldung kosten wenig gegen ein erzwungenes Rebranding in der Scale-up-Phase. Für Geheimnisse: Zugriffskontrolle, tatsächlich unterschriebene NDAs und ein Offboarding, das Zugänge entzieht und Pflichten in Erinnerung ruft.
Die Reparatur-Reihenfolge
In dieser Folge beheben: Gründer- und Contractor-Übertragungen → Copyleft-Exposition im ausgelieferten Code → Datenherkunft der KI-Features → Marken → der Datenraum, der all das belegt. Zwei bis drei konzentrierte Wochen sind für ein Seed-Unternehmen realistisch — bevor das Term Sheet dieselbe Liste in aufschiebende Bedingungen verwandelt.
Quellen: Polnisches Urheberrechtsgesetz · Richtlinie 2001/29/EG · EUIPO